Neuroleptika
Neuroleptika (Singular: Neuroleptikum) werden auch heute noch als Antipsychotika bezeichnet. Sie werden vor allem bei Psychosen eingesetzt, finden aber auch immer mehr ihren Einsatzort in der Schmerztherapie! Gleichzeitig wirken alle Neuroleptika auch sedierend, das heißt sie stellen den Patienten mehr oder weniger ruhig und machen ihn schläfrig.
Wirkweise / Wirkung:
Der Wirkmechanismus der Neuroleptika beruht auf der Hemmung eines Neurotransmitters im ZNS, also im Gehirn. Hierbei wird die Übertragung des Nervenbotenstoffs (= Neurotransmitters) Dopamin blockiert, was die antipsychotische Wirkung hauptsächlich hervorruft. Außerdem können diese Arzneimittlel auf Rezeptoren für die Botenstoffe Serotonin, Acetylcholin, Histamin und Noradrenalin, was unter anderem die sedierende und schmerzlindernde Wirkung bedingt.
Einteilung der Neuroleptika:
Sie finden im Untermenü eine Einteilung nach der Wirkstärke, also der Potenz der Neuroleptika. Für nähere Informationen klicken sie bitte die einzelnen Menüpunkte an. Zudem könne Neuroleptika noch nach Wirkstoffgruppen eingeteilt werden, die im Folgenden kurz vorgestellt werden:
- tricyklische Neuroleptika: hierzu zählen die Phenothiazine und die Thioxanthene, die eine sehr alte und frühe Generation der Neuroleptika darstellen.
- Dipenzepine: sie stellen die Nachfolgegeneration der alten tricyklischen Neuroleptika dar.
- Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine: Hierzu gehört das sehr bekannte und häufig angewandte Haloperidol.
- Benzamide: Sie haben zu dem neuroleptischen Effekt noch eine stimmungsaufhellende und aktivierende Wirkung.
- Alkaloide: wurden früher bei Schiziphrenie verwendet, haben heutzutage allerdings nur noch historische Bedeutung.
- Benzisoxazol-Derivate: wirken teilweise als Partialagonisten für Dopamin und unterscheiden sich dadurch von allen anderen Neuroleptika.
Unerwünschte Arzneimittelwirkungen / Nebenwirkungen:
So vielseitig und verschieden wie die Neuroleptika sind, so sind es auch deren Nebenwirkungen. Verallgemeinernd kann man sie wie folgt zusammenfassend auflisten. (Die einzelnen spezifischen UAWs finden sie dann unter den einzelnen Medikamenten!)
Häufige Nebenwirkungen der Neuroleptika sind hormonelle und sexuelle Störungen, Muskel- und Bewegungsstörungen, Schwangerschaftsschäden, Körpertemperaturstörungen; desweiteren treten abhängig von der Grunderkrankungen folgende Nebenwirkungen auf: sedierende Wirkung (ständiges Gefühl der Müdigkeit), Depressionen, Antriebslosigkeit, emotionale Verarmung, Verwirrtheit und verschiedene andere Wirkungen auf das zentrale Nervensystem. Organisch können auch noch Nieren- und Leberschädigungen sowie Herzrhythmusstörungen auftreten.
Achtung! Neuroleptika sollten auf keinen Fall in Selbsttherapie genommen werden! Gefährlich! Auch der Arzt sollte bei Verordnung von Neuroleptika die Indikation genau überdenken, da sie bei Gesunden sehr gefährliche – vor allem psychische – Schäden anrichten können!